Jungen Grünen AR/AI
1.
Die Jungen Grünen Appenzellerland gibt es seit dem April 2020 und zählt im Jahre 2022 fünfzehn Mitglieder, wovon eine Person aus Appenzell Innerrhoden kommt und die anderen jeweils aus Appenzell Ausserrhoden.
2.Konkrete Fragen oder viel mehr Ziele, welche unseren Kanton in den nächsten Jahren beschäftigen werden, können beispielsweise im Regierungsprogramm 2020-2023 begutachtet werden. Die Ziele bzw. Schwerpunkte, welche sich der Regierungsrat bis 2030 gesetzt hat, sind namentlich in den Bereichen «Wohnen», «Bildung und Arbeit», «Umwelt», «Gesundheit» und «Gesellschaft». In allen diesen Bereichen können die Jungen Grünen mit ihrer Politik ansetzen, da uns eine ökologische und soziale Zukunft für alle wichtig ist. Wir werden sehen, was das Regierungsprogramm 2023-2027 mit sich bringt. Ausserdem wird sich unsere Partei auch weiterhin für eine fortschrittliche neue Appenzeller Ausserrhoder Verfassung einsetzen und in Bereichen wie einer klimaverträglichen Energiepolitik aktiv sein.
3.Ernährung und Landwirtschaft: Aktuell studiere ich an der ETH in Zürich im ersten Semester Agrarwissenschaften. Da ich eine gesunde Ernährung und eine nachhaltige Produktion unserer Lebensmittel im hier und jetzt sowie auch in Zukunft etwas ausserordentlich wichtiges finde, möchte ich mich verstärkt dafür in der Politik einsetzen. Mit der Klimakrise und ihren zahlreichen Gefahren für unsere Ernährungsproduktion muss auch die Schweiz aktiv werden. Abstimmungen rund um Agrarpolitik sind jeweils sehr brisant und mit zum Teil grossen Emotionen in allen politischen Parteien verbunden. Ich wünsche mir für eine Ernährungs- und Landwirtschaftspolitik in unserem Kanton, wie auch in der ganzen Schweiz, ein grösseres miteinander. Denn beispielsweise die Biodiversitätskrise betrifft die Primärproduzent:innen unserer Nahrung (namentlich Bäuerinnen und Bauern), wie auch die städtische Bevölkerung. Für eine gesunde und umweltverträgliche Zukunft müssen wir alle am gleichen Strang ziehen. Dafür möchte ich mich einsetzen.
4.Persönlich möchte ich folgende Schwerpunkte in unserem Kanton setzen. Diese unterscheiden sich nicht überragend von den Schwerpunkten der nationalen Jungen Grünen, können aber sehr gut auf unseren Kanton und meine Sichtweise angewendet werden. Bildung: Schweizweit haben wir einen Mangel an Lehrpersonen, der leider in Zukunft anzuhalten droht, sowie einen Mangel an Angeboten für schulpflichtige Kinder und Jugendliche im Bereich der psychischen Betreuung. Persönlich habe ich nach Abschluss der Kantonsschule ein Jahr lang an einer Sekundarschule ein Praktikum gemacht und sehr viele Eindrücke gewonnen. Es ist mir ein Anliegen, möglichst jedem Kind oder Jugendlichen während seiner oder ihrer Ausbildung gerecht zu werden. Politische Bildung und echte Partizipation zu relevanten Themen sollte in unserem Kanton auch vermehrt praktiziert werden, sei es in der Primar-, Sekundar- oder an der Kantonsschule. Bei nationalen politischen Anlässen war ich als Appenzellerin immer eine Seltenheit. Dies soll sich ändern. Migration und Integration: Wenn jemand an einen neuen Ort zieht, sollte er oder sie die Möglichkeit haben, mitzubestimmen. Daher sind meine Forderungen für diesen Schwerpunkt recht simpel: Ausländerinnen und Ausländer, welche ihren Wohnsitz permanent in der Schweiz haben, sollen auf kommunaler und kantonaler Ebene mitbestimmen können. Diese Forderung ist nicht nur überfällig, sondern gehört zu einem modernen und gleichgestellten Kanton, wie es auch unserer sein soll. Wir wollen ja nicht umsonst der beliebteste Wohnkanton in der Ostschweiz werden (siehe Regierungsprogramm 2020-2023). Mobilität: Wenn wir kantonal, national und international das 1.5 Grad- Klimaziel erreichen wollen, braucht es keinen gezielten Ausbau von Infrastruktur für Autoverkehr, sondern Anreize, den ÖV zu benutzen. Dazu muss aber ein noch besseres ÖV-System her (welches durchaus auch die Instandhaltung der Strassen und den Ausbau von Radwegen beinhaltet, doch in einem sinnvollen Rahmen). Als junge Person, die jetzt erst seit einem Jahr Autofahren kann, ist der ÖV im Appenzellerland doch auch eine mühsame Angelegenheit. Mobilität und das Erreichen von wichtigen Orten ist für Jugendliche in unserem Kanton allgemein ein wichtiges Anliegen (siehe Situationsanalyse zur Kinder- und Jugendpolitik in Appenzell Ausserrhoden). Alternativen zu besserem ÖV (im Bezug auf Erwachsene), kann auch unter Anderem ein Ausbau im Carsharing oder ähnlichem sein. Hier gilt es meiner Meinung nach, Optionen, die in anderen Kantonen oder Teilen der Welt funktioniert haben, besser zu analysieren und in Erwägung zu ziehen.
5.Den Jungen Grünen Appenzellerland ist es sehr wichtig, dass die Gleichstellung vorankommt. Deshalb betreiben wir eine sehr offene und inklusive Politik, bei der Menschen jeden Geschlechts herzlich willkommen sind und dies auch nach kurzer Kontaktaufnahme wissen. Auf nationaler Ebene haben die Jungen Grünen parteiinterne Konzepte entwickelt, wie wir der Gleichstellung beispielsweise bei Mitgliederversammlungen gerecht werden. Des Weiteren unterstützen die Jungen Grünen Appenzellerland auch Formen der politischen Partizipation wie Aktivismus (Frauenstreik) und oder Initiativen (Kita-Initiative der SP), welche auf die Gleichstellung abzielen.
6.Wir sind sehr bedacht, intern wie auch extern alle Geschlechter vertreten zu wissen. Darum haben wir beispielsweise einen Vorstand der Jungen Grünen Appenzellerland bestehend aus drei Frauen und drei Männern. Bei politischen Anlässen aller Art bemühen wir uns ebenfalls darum, dass jeweils eine Frau und ein Mann hingeht. Wir unterstützen die Idee der Frauen- oder Männerquote bzw. allgemeiner Genderquote, da sie ein breiteres Bild an Ansichten zu einem gewissen Thema ermöglichen. Ausserdem ermutigt es die (noch) untervertretene Anzahl von Frauen auf gewissen Posten zu heben. Denn wie in der Frage schon erwähnt: Gemischte Gremien sind erfolgreicher. Nicht weil Frauen besser sind, sondern weil sie anders sind.
7.Um möglichst ausgeglichene Gremien zu haben, sollte man auch Aspekte wie das Alter, die Ausbildung oder die Herkunft beachten. Wir leben in einer Welt, in welcher verschiedenste Kulturen zusammenkommen und Bedürfnisse bestehen. Ausserdem sind Politiker:innen mit 60 Jahren in einer anderen Zeit aufgewachsen als Politiker:innen mit 20 Jahren. Den verschiedenen Bedürfnissen sollte also Rechnung getragen werden, was nur geht, wenn auch verschiedene Menschen Entscheidungsträger:innen sind.
8.Wir sind eine Jungpartei und dementsprechend bestehend aus meist noch jungen Leuten in der Ausbildung. Wir besetzen zum Teil schon politische Ämter in Kommissionen, aber noch keines im Bereich Gemeinde- oder Kantonsrat. Wir werden uns aber damit auseinandersetzen, was andere Anwärter:innen auf gewisse Sitze für eine Politik machen. Dabei werden wir aber nicht primär auf das Geschlecht schauen, sondern auf was der oder die Politiker:in zu sagen hat. Des Weiteren planen zwei unserer Mitglieder, ein Mann und eine Frau, sich in St. Gallen auf der Junggrünen Liste für die Nationalratswahlen aufstellen zu lassen. Dies ist aber noch nicht sicher. Kantonsintern warten wir noch alle Bekanntgaben für Rücktritte auf kommunaler und kantonaler Ebene ab.

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Diverse Artikel
Wir haben allen Parteileitungen im Kanton Ausserrhoden folgende Fragen gestellt:
Wir haben allen Parteileitungen im Kanton Ausserrhoden folgende Fragen gestellt:
1.
Seit wann gibt es Ihre Partei/Ihre Vereinigung in unserem Kanton und wie viele Mitglieder zählt sie im Jahre 2022?
2.
Welche Fragen werden in den nächsten Jahren die kantonale Politik prägen und wie wird Ihre Partei in diesen Fragen mitbestimmen?
3.
Welcher Schwerpunkt aus Ihrem Programm für die nächste Legislatur wird für Sie der wichtigste sein? Warum?
4.
Welche Ihrer Schwerpunkte sind kantonsspezifisch und unterscheiden sich von den Schwerpunkten Ihrer Partei auf nationaler Ebene?
5.
Was hat Ihre Partei in der Vergangenheit für die Gleichstellung/Förderung von Frauen unternommen/erreicht?
6.
Die Erfahrungen der letzten Jahre in Wirtschaft und Politik zeigen, dass gemischtgeschlechtliche Gremien erfolgreicher arbeiten. Wie steht Ihre Partei zu sogenannten Frauen- und Männerquoten?    
7.
Welche anderen Möglichkeiten sehen Sie, um ausgeglichene Gremien zu fördern?
8.
In Ausserrhoden ist die Anzahl an Männern in der Politik noch immer deutlich höher als der Frauenanteil. Was wird Ihre Partei konkret unternehmen, damit im Hinblick auf die Gesamterneuerungswahlen 2023 mehr Frauen in politische Ämter gewählter werden?

Aktuell in der Frauenzentrale Appenzellerland

Mi. 11. September 2024, 15:00
Führung durch das Bundeshaus Bern
Do. 12. September 2024, 18:00
Filmvorführung "Backslash - Misogny in the Digital Age"